Pflanzenhaarfarben Guide | Anwendung, Mischungen & Tipps
Pflanzenhaarfarben: Wirkung, Anwendung & Hintergrund
Pflanzenhaarfarben sind die natürliche Alternative zu chemischen Färbemitteln. Sie pflegen das Haar beim Färben, schützen die Haarstruktur und schenken lebendige Farbtöne. Hier findest du das Wichtigste zu Wirkung, Mischungen und Pflege. Die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du hier.
Die Struktur des Haares
Ein Haar besteht aus drei Schichten: der Cuticula (Schuppenschicht), dem Cortex (Faserschicht) und teilweise der Medulla (Mark). Die Cuticula ist die äußerste Schicht und schützt das Haar. Wie bei einem Tannenzapfen wirkt das Haar glatt und gesund, wenn die Schuppen flach anliegen.
Im Cortex sitzen die Farbpigmente (Melanine), die das Haar blond, braun, rot oder schwarz erscheinen lassen. Bei grauem Haar fehlen diese Pigmente.
Wie Pflanzenhaarfarben funktionieren
Anders als chemische Farben dringen Pflanzenhaarfarben nicht ins Innere des Haars ein, sondern legen sich schützend um das Haar. Die Farbstoffe aus Henna, Indigo, Katam oder Cassia binden sich an die Cuticula und geben dem Haar neben Farbe auch Glanz und Stärke. Der Farbton entsteht im Zusammenspiel mit deiner natürlichen Haarfarbe.
Die Farbe entwickelt sich durch Sauerstoff: Beim Anrühren mit warmem Wasser werden die Farbstoffe freigesetzt, und das Haar dunkelt nach dem Ausspülen noch 24 bis 48 Stunden nach.
Die Pflanzen und ihre Wirkung
- Henna: kräftige, warme Rottöne, besonders haltbar
- Indigo: dunkle bis schwarze Töne
- Katam: kühle, aschige Braun- und Dunkeltöne
- Cassia (neutrales Henna): pflegt und gibt blondem Haar goldenen Glanz
Je mehr Henna, desto rötlicher und wärmer wird das Ergebnis. Je mehr Katam oder Indigo, desto dunkler und kühler. Je mehr Cassia, desto heller und natürlicher.
Beispielmischungen
- Ginger: 100 % Henna oder 90 % Henna + 10 % Cassia
- Goldblond: 90 % Cassia + 10 % Henna
- Aschblond: 70 % Cassia + 25 % Katam + 5 % Henna
- Hellbraun: 50 % Cassia + 30 % Katam + 20 % Henna
- Warmbraun: 50 % Henna + 50 % Katam
- Schwarz: erst Henna, danach Indigo (in zwei Schritten)
Alle Mischungen mit Mengen für deine Haarlänge berechnet dir das Botanical Color Lab.
So viel Pulver brauchst du
- Nur Ansatz: ca. 80 g
- Kurz bis schulterlang: ca. 100 g
- Lang, über die Schulter: ca. 150 g
Bei dichtem Haar nimmst du lieber etwas mehr. Rühre die Paste mit 50 bis 60 °C warmem Wasser (nicht kochend) zu einer cremigen Paste an. Sie muss vor dem Auftragen nicht ruhen.
Auftragen und Einwirkzeit
- Haare vorher mit einer natürlichen Seife oder Sidr waschen, ohne Conditioner oder Öl.
- Haare in Partien teilen und Strähne für Strähne von den Ansätzen bis in die Spitzen auftragen. Für eine Ansatzfärbung nur am Ansatz auftragen.
- Mit Frischhaltefolie oder Duschhaube abdecken und warm halten, zum Beispiel mit einer Mütze.
- Einwirkzeit: mindestens 60 Minuten. Je länger, desto intensiver und haltbarer die Farbe.
Bei den Blondtönen genügt eine kürzere Einwirkzeit von etwa 30 Minuten bis 1,5 Stunden, je nach gewünschter Intensität.
Pflanzenhaarfarben lagern sich bei jedem Färben schichtweise an. Die Längen können dadurch mit der Zeit dunkler werden. Wenn du das vermeiden möchtest, färbe nur den Ansatz nach.
Dunkle Töne und graues Haar: zwei Schritte
Für Schwarz, tiefes Dunkelbraun und zur Abdeckung von grauem Haar färbst du in zwei Schritten: zuerst mit Henna, danach mit Indigo oder Katam. Den zweiten Schritt machst du direkt im Anschluss oder am nächsten Tag. So bekommt das Haar keinen Grünstich und die Farbe wird satt.
Nach dem Färben
- Paste gründlich nur mit Wasser ausspülen, ohne Shampoo.
- Optional: Essig im letzten Spülgang schließt die Schuppenschicht.
- Die Farbe dunkelt 24 bis 48 Stunden nach. Wasche die Haare in dieser Zeit möglichst nicht.
- Vor der ersten Wäsche tut eine Ölkur über Nacht gut.
- Zum Waschen empfehlen wir unser Sidr-Waschpulver: mild, farberhaltend und pflegend.
Gut zu wissen
- Gib keine säure- oder fetthaltigen Zusätze (Zitrone, Joghurt, Öl) in die Paste.
- Teste die Farbe vorher an einer Strähne oder an ausgefallenen Haaren.
- Mache vorab einen Hauttest in der Armbeuge, wenn du empfindliche Haut hast.
- Ist das Ergebnis anders als gedacht? Mit einem Nachfärben lässt sich der Ton in der Regel anpassen.
Noch Fragen? Schreib uns gern über das Kontaktformular.
